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Welche Herausforderungen bestehen bei der Übersetzung von Finanzdokumenten?

Ratgeber für Finanzübersetzungen

Finanzdokumente sind oft für ein Fachpublikum verfasst und enthalten daher in der Regel branchenspezifische Terminologie und Fachbegriffe mit genau festgelegten Bedeutungen. Finanzübersetzer müssen daher nicht nur die Ausgangssprache perfekt beherrschen – sie benötigen auch eine weitreichende Kenntnis des Finanzsektors, um einzelne Ausdrücke und Formulierungen im richtigen Kontext verwenden zu können.

Jeder Finanzbericht muss präzise und juristisch einwandfrei übersetzt werden. Das darf aber nicht auf Kosten der Lesbarkeit gehen. Eine Finanzübersetzung erfüllt nur dann ihren Zweck, wenn sie klar, verständlich und nachvollziehbar ist.

Neben der finanztechnischen Terminologie müssen qualifizierte Übersetzer auch die Fachbegriffe des jeweiligen Industriezweigs beherrschen. Der Geschäftsbericht eines Finanzinstituts beschreibt andere Sachverhalte, Chancen und Risiken als der Jahresbericht eines mittelständischen Unternehmens im verarbeitenden Gewerbe. Kompetente Übersetzer können ihren Sprachstil der jeweiligen Branche anpassen und auch kulturelle und sprachspezifische Unterschiede in ihrer Übersetzung berücksichtigen.

Gerne helfen wir Ihnen bei Ihren Finanzübersetzungen.

Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über Übersetzungen, Wirtschaft und wie Sie die richtige Übersetzungsagentur für Ihre Bedürfnisse finden können.

Was ist ein Jahresbericht?

In den meisten Staaten der Erde ist für Unternehmen die Erstellung eines Jahresberichts vorgeschrieben. In diesem Bericht informieren die Firmen über ihre finanzielle Lage, d. h. ob sie im zurückliegenden Geschäftsjahr Gewinn oder Verlust zu verzeichnen haben und wie sich Kapital bzw. Schulden entwickeln. Auch wirtschaftliche Aktivitäten, wie die Einführung neuer Produkte und der Kauf neuer Maschinen, werden im Jahresbericht ausführlich erläutert. Dazu kommen zusätzliche Informationen, aus denen die wahrscheinliche oder mögliche Entwicklung des Unternehmens in der Zukunft hervorgeht. In den einzelnen Staaten gibt es sehr unterschiedliche Regelungen, wie Jahresberichte aufgebaut sein müssen. Im Allgemeinen enthalten sie aber diese Daten:
  • Beschreibung des Unternehmens und der Branche

  • Auflistung von Vermögen und Verbindlichkeiten bzw. von Gewinn und Verlust

  • Bericht zu den Projekten und Vorhaben des betreffenden Geschäftsjahres

  • Analyse der Daten, z. B. durch den Vorstand

Als Zielgruppe für Jahresberichte sind in erster Linie Anteilseigner, Investoren, Kreditgeber, Lieferanten, aber auch Mitarbeiter und, insbesondere bei großen Konzernen, die Öffentlichkeit zu nennen. Viele Firmen nutzen den Jahresbericht daher zur Imagepflege. Der Bericht wird in der Regel mit Grafiken und Diagrammen ansprechend aufbereitet und passt in Aussehen und Ansprache zum Corporate Design des Unternehmens. Durch einen auf diese Art gestalteten Jahresbericht ergeben sich neue Möglichkeiten und Chancen. Geldgeber werden möglicherweise auf eine Firma aufmerksam, aber auch neue Kundenzielgruppen können durch eine entsprechende öffentliche Berichterstattung die Produkte der Firma für sich entdecken.

Grafiken für Jahresbericht werden erstellt

Auf Englisch wird der Jahresbericht „annual report“, also jährlicher Bericht, genannt. Im Deutschen ist neben dem Begriff Jahresbericht auch Geschäftsbericht geläufig. Die Standards der Erstellung eines Jahresberichts unterscheiden sich in den einzelnen Ländern sehr stark. In den USA gilt der Standard US-GAAP für die Rechnungslegung, der auch ein weithin akzeptierter, internationaler Standard ist. In Deutschland muss eine Firma einen Geschäftsbericht auch dann nach dem deutschen Handelsrecht erstellen, wenn sie international aktiv ist und daher für ihren Jahresbericht einen internationalen Standard nutzt. Ein Geschäftsbericht gemäß Handelsgesetzbuch ist anders aufgebaut als ein Jahresbericht nach internationalen Standards.

Was ist ein Geschäftsbericht?

Ein nach deutschem Recht erstellter Geschäftsbericht muss die folgenden Teile enthalten:
  • Lagebericht: In diesem Bericht beschreibt das Unternehmen seine finanzielle Situation, also die derzeitige Ertragslage, aber auch zukünftige Chancen und Risiken. Der Lagebericht dient als Hintergrundinformation für den zahlenbasierten Jahresabschluss.
     
  • Jahresabschluss: Der Jahresabschluss, nicht zu verwechseln mit dem Begriff Jahresbericht, besteht aus der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Aus ihm geht die genaue finanzielle Lage eines Unternehmens zum Ende des Geschäftsjahres hervor.
     
  • Bestätigungsvermerk: Rechtlich kann ein Geschäftsbericht erst dann abgeschlossen werden, wenn die Jahresabschlussprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgt ist. Im Bestätigungsvermerk bestätigt der Prüfer, dass Jahresabschluss und Buchführung gemäß den gesetzlichen Vorgaben erstellt wurden. Damit soll sichergestellt werden, dass der Geschäftsbericht keine geschönte finanzielle Lage des Unternehmens wiedergibt.
     
  • Aufsichtsratsbericht: In diesem Bericht teilt der Aufsichtsrat der Haupt- bzw. Generalversammlung seine Beurteilung des Geschäftsberichts mit. Insbesondere wird dabei auf die Punkte Jahresabschluss, Lagebericht, Gewinnverwendungsvorschlag, Geschäftsführung und Jahresabschlussprüfung eingegangen.
     
  • Vorschlag zur Gewinnverwendung: Der Vorstand von Kapitalgesellschaften und Genossenschaften hat ein Vorschlagsrecht, was die Verwendung des erwirtschafteten Unternehmensgewinns betrifft. Der Gewinn kann z. B. an die Aktionäre ausgeschüttet oder für die Bildung von Rücklagen verwendet werden. Über die tatsächliche Verwendung entscheidet dann die Haupt- bzw. Generalversammlung.
     
  • Entsprechenserklärung: Vorstand und Aufsichtsrat einer börsennotierten Gesellschaft sind verpflichtet, jedes Jahr eine Erklärung abzugeben, ob sie den Deutschen Corporate Governance-Kodex (DCGK) befolgen oder nicht. Der DCGK enthält lediglich Empfehlungen. Durch die Entsprechenserklärung soll nur sichergestellt werden, dass sich das Unternehmen mit diesen Empfehlungen auseinandergesetzt hat.
     

Neben diesem Pflichtteil kann ein Geschäftsbericht in Deutschland auch noch die folgenden Elemente enthalten:

  • Brief des Vorstands: In diesem Schreiben wendet sich der Vorstand direkt an die Aktionäre und informiert sie zusammenfassend über das letzte Geschäftsjahr und bevorstehende Maßnahmen und Projekte.
     
  • Wirtschaftsdaten: Beschreibung der wirtschaftlichen Situation im Allgemeinen oder in Bezug auf die betreffende Branche.
     
  • Segmentberichterstattung: Finanzieller Überblick über die verschiedenen Geschäftsbereiche eines Unternehmens. Dieser Bericht ist sinnvoll, wenn eine Gesellschaft sehr diversifiziert ist, also z. B. Tochterunternehmen beinhaltet, die in völlig anderen Wirtschaftszweigen tätig sind.
     
  • Sozialbericht: Der Sozialbericht enthält Informationen zur Belegschaft, z. B. durchschnittliches Alter, Geschlechterverteilung, Löhne, Krankheitstage usw.
     
  • Umweltbericht: Der Umweltbericht informiert über den Stand von eingeleiteten und geplanten Umweltschutzmaßnahmen.

Wann werden Finanzübersetzungen benötigt?

In einer globalisierten Welt wird es immer selbstverständlicher, dass selbst kleine und mittelständische Unternehmen international tätig sind. Das betrifft nicht nur die physische Expansion ins Ausland oder die Erschließung neuer Kundenzielgruppen im Internet, auch der Kontakt zu internationalen Investoren wird ein immer wichtigeres Element der Finanzbranche. Die folgende Liste enthält einige Beispiele für Finanzdokumente, die besonders häufig übersetzt werden:
  • Geschäftsberichte

  • Quartalsberichte

  • Businesspläne

  • Budgetplanungen

  • Wertpapierprospekte

  • Börsenberichte

Bei der Übersetzung solcher Unterlagen müssen die rechtlichen Vorgaben der Zielländer berücksichtigt werden. Für die Übertragung von Verträgen und Urkunden in eine andere Sprache reicht eine einfache Übersetzung oft nicht aus. Staatliche Behörden fordern in der Regel anerkannte Beglaubigungen oder haben andere formale Erwartungen, die nur erfahrene, muttersprachliche Übersetzer mit dem entsprechenden Fachwissen adäquat umsetzen können.

legal compliance für Jahresberichte und Finanzberichte

Professionelle Finanzübersetzer erkennen z. B. sofort, ob ein Jahresabschluss gemäß US-GAAP oder IFRS erstellt wurde oder ob andere Angaben lokalisiert werden müssen. Sprachliche, branchenspezifische und juristische Feinheiten müssen gerade bei Finanzunterlagen verlustfrei in eine andere Sprache transportiert werden. Eine Arbeit, die nur erfahrene Experten leisten können.

Es ist daher empfehlenswert, ein internationales Übersetzungsbüro mit Ihrer Fachübersetzung zu betrauen. Nur so können Sie sicher sein, dass für Ihre Dokumente zertifizierte Übersetzer mit der passenden Expertise und Erfahrung ausgewählt werden. Die beauftragte Übersetzungsagentur sollte Ihre Projekte auch zeitnah bearbeiten können. Große Dienstleister sind meist in der Lage, die notwendigen Kapazitäten schnell und ohne lange Wartezeiten zur Verfügung zu stellen.

Daneben spielt auch der Datenschutz eine wichtige Rolle. Gerade bei Finanzdokumenten geht es oft um sensible oder vertrauliche Daten. Eine Übersetzungsagentur sollte daher Möglichkeiten der digitalen Verschlüsselung zu Verfügung stellen und die Sicherheit Ihrer Daten garantieren können.

Bei Ihren Finanzübersetzungen sollten Sie keine Kompromisse eingehen. Arbeiten Sie nur mit Sprachdienstleistern zusammen, die Ihnen Übersetzer mit großer fachlicher und sprachlicher Sicherheit bieten können.

Bei professionellen Übersetzungsbüros werden darüber hinaus alle Dokumente von erfahrenen Lektoren korrigiert. Auf diese Art wird ausgeschlossen, dass sich Fehler einschleichen. Die Qualität Ihrer Übersetzung ist so gesichert.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Übersetzung von Finanzdokumenten?

Wie Bilanzen und Geschäftsberichte erstellt werden müssen, ist von den Finanzbehörden der jeweiligen Länder im Regelfall streng geregelt. Es ist essenziell, dass Übersetzungen Finanzwesen und Geschäftswelt eines anderen Staates in ihrer ganzen Breite widerspiegeln. Fachübersetzer müssen deshalb detaillierte Kenntnisse über die verschiedenen Finanzsysteme besitzen, um juristische Vorgaben erfüllen zu können.

Andere Arten von Wirtschaftsübersetzungen, wie z. B. Geschäftskorrespondenzen, erfordern neben der Beherrschung der Fachterminologie auch eine kulturelle Kompetenz, um Redewendungen und Höflichkeitsfloskeln stimmig zu übersetzen. Nur so können fremdsprachige Geschäftspartner von einer Kooperation überzeugt werden. Übersetzungen müssen daher mit größter Sorgfalt durchgeführt werden, um höchsten Qualitätsansprüchen zu genügen.

Bei längeren Finanztexten hilft die Verwendung von Glossaren und Translation-Memory-Systemen bei der Erstellung von konsistenten Übersetzungen. Styleguides können darüber hinaus sicherstellen, dass sich Ihre Corporate-Sprache auch international in den Übersetzungen Ihrer Dokumente wiederfindet.

Geschäftsberichte können für Sie einen viel größeren Nutzen haben, als eine rechtlich vorgeschriebene Informationspflicht zu erfüllen. Nutzen Sie Ihre Finanzberichte auch international, um die Reputation Ihres Unternehmens zu stärken und neue Geschäftspartner, Kunden und Investoren zu finden. Um das zu erreichen, müssen Ihre Finanzübersetzungen qualitativ so gut sein, dass sie von einem in der Zielsprache verfassten Originaltext nicht zu unterscheiden sind.

Aus diesem Grund sollten Sie sich bei einem Übersetzungsauftrag immer nur an erfahrene Sprachdienstleister wie Lionbridge wenden. Große Übersetzungsagenturen mit einem breiten Leistungsspektrum machen es Ihnen leichter, Ihre Lokalisierungsprojekte schnell und qualitativ hochwertig abzuschließen. Gleichgültig, ob es sich um Finanzberichte, Gutachten, Imagebroschüren oder beglaubigte Übersetzungen in verschiedenen Sprachen handelt, internationale Dienstleister können Ihre Übersetzungsaufträge problemlos koordinieren, denn ihnen stehen Sprachexperten auf der ganzen Welt mit genau der Expertise zur Verfügung, die Sie benötigen.

Muttersprachliche Fachübersetzer für Ihr Finanzprojekt

Die Übersetzung von Finanzunterlagen erfordert höchste Präzision und Sorgfalt, um negative Folgen zu vermeiden. Insbesondere die richtige Anwendung und Übertragung von Fachterminologie erfordert Übersetzer, die sich mit den juristischen und finanztechnischen Feinheiten der Zielsprache sehr gut auskennen. Große, internationale Übersetzungsagenturen wie Lionbridge können Ihnen muttersprachliche Fachübersetzer in vielen verschiedenen Sprachen zu Verfügung stellen und Ihnen die höchstmögliche Qualität für Ihre Übersetzungen garantieren.

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